Wenn du als Kind unsichtbar warst

Heute möchte ich dir eine Geschichte erzählen aus meinem Leben und ich weiß, dass es vielen Menschen genauso geht. Vielleicht ist ja auch etwas ähnliches in deinem Leben passiert.

Die Geschichte handelt von einem unsichtbaren Kind. Nicht körperlich unsichtbar, sondern psychisch und emotional unsichtbar.

Es muss nicht unbedingt körperliche Gewalt im Spiel sein. Das verschlimmert die Sache zwar, aber es ist nicht das Ausschlaggebende. Es kann auch ganz sanft und in Stille passieren. Ohne Geschrei und ohne physischer Gewalt.

Es geht um etwas, dass du nicht durch Worte lernst, sondern durch die emotionale Abwesenheit deiner Eltern und Bezugspersonen.

Du blickst als Kind in die Augen deiner Eltern und liest darin, was in der Psyche von Mama oder Papa vor sich geht. Du realisierst schon als Kind, dass Mama oder Papa, zwar physisch vorhanden ist, aber emotional als Elternfigur, als Schutz- und Versorgerfigur in keiner Art und Weise vorhanden ist.

Vielleicht waren deine Eltern verloren in irgendeiner Sucht: Alkohol, oder anderen Drogen. Oder in Apathie, in Wut, in Groll oder Trauer. Oder es kann sein, dass Eltern permanent streiten und das Kind versucht, verzweifelt der Vermittler, der Mediator in der Partnerschaft der Eltern zu sein.

Dadurch entsteht dann irgendwann der Glaubenssatz und die Überzeugung:

Wenn ich nicht alles zusammenhalte, dann fällt alles auseinander, dann geht alles den Bach runter. – Vielleicht kennst du das!?

Dieser Beitrag ist für dich:

  • Wenn du das Gefühl hast, dass du, mit deinen Bedürfnissen unsichtbar bist.
  • Wenn du Probleme hast, Grenzen zu setzen.
  • Oder dich fragst, wer du überhaupt bist, außer einer funktionierenden Person.
  • Oder, wenn du vielleicht das Gefühl hast, dass andere dich in Schubladen drängen, wo du eigenglich gar nicht hingehörst und du Probleme hast dich permanent dagegen zu wehren.

Wer bist du ohne deinem Funktionieren, ohne deinem Helfersyndrom, ohne deinem Nutzen, ohne deinem Leisten, ohne deinem Status?

Ich zeige dir heute, wie du endlich in deinem Umfeld, bei deinen Bekannten, bei deinen Kunden oder bei den Mitarbeitern, oder in der Öffentlichkeit, als emotionaler Mensch mit deinen Bedürfnissen, so wie du bist, sichtbar wirst.

Wenn du mit einem dieser Probleme zu tun hast, dann liegt es sehr wahrscheinlich daran:

  • Dass du als Kind deine biologischen Bedürfnisse unterdrücken oder abspalten musstest.
  • Dass du nicht als Kind, als Mensch, mit eigenen Bedürfnissen wahrgenommen wurdest, sondern deine Eltern dich nur als eine Art Objekt wahrgenommen haben, das nach ihren Vorstellungen funktionieren sollte.
  • Dass du als Kind emotional verschwinden musstest. Du deine Bedürfnisse nicht zeigen durftest, aber trotzdem lächeln und gefallen musstest.

Bei mir war es zum Beispiel so: Es gab mich für meine Mutter nicht. Nicht als Lebewesen mit persönlichen Bedürfnissen oder Rechten. Ich war für meine Mutter einfach ein Objekt. Ein Kind, dass so zu sein hatte, wie ihre Idee von einem Kind war. Meine persönlichen, biologischen Bedürfnisse waren gefährlich, wenn sie nicht in das Konzept von meiner Mutter passten. Und Mutters Konzept war letztendlich unberechenbar.

Meine Mutter geriet sehr leicht emotional aus dem Gleichgewicht und ich wurde dann dafür von ihr verantwortlich gemacht – und wurde oft ziemlich brutal geschlagen. Deshalb war ich permanent in Alarmbereitschaft, für die Bedürfnisse von meiner Mutter, und versuchte ihre Bedürfnisse zu erraten und zu befriedigen, damit sie nicht aus dem emotionalen Gleichgewicht kam.

Hypervigilanz

Dadurch entstand in mir das, was in der Psychologie Hypervigilanz genannt wird. Ein Kind, das lernt jeden Raum und jeden Menschen sofort auf Gefahr, auf Stimmung, auf Körpersprache und auf Tonfall zu scannen. Um zu interpretieren, ob Gefahr droht und was ich eventuell dagegen machen könnte. – Vielleicht kennst du das ja auch, aus deiner eigenen Biografie.

Das Problem ist, dieses Verhaltensmuster prägt sich tief ins Unterbewusstsein ein und man empfindet es als normal. Wir glauben alles, was uns unsere Eltern beibringen. Wir haben ja auch nicht in Frage gestellt, ob ein Tisch tatsächlich ein Tisch ist, wenn unsere Eltern uns das beigebracht haben. Oder ein Sessel, ein Wasserglas oder ein Auto. Diese Sachen haben ja auch immer gestimmt. Und genauso normal ist es auch für uns, wenn unsere Eltern uns beibringen, dass wir für die Stimmung von anderen verantwortlich wären. Oder, dass wir überhaupt Schuld sind an der Stimmung von anderen.

Dadurch entstehen dann tief verwurzelte Glaubenssätze wie:

“Sicherheit, oder eine gewisse Sicherheit, gibt es nur, wenn ich die Bedürfnisse anderer befriedige.”

So wirst du als Kind zu einem Versorger (für die Eltern), bevor du überhaupt weißt, wie du für dich selbst sorgen kannst, oder überhaupt in der Lage bist, für dich selbst zu sorgen.

Wenn dich Lob dein Leben kostet

Wir sind als Kind hungrig nach Liebe. Und wenn wir nicht geliebt werden, dann fühlen wir uns nicht nur ungeliebt, sondern wir fühlen uns unwert. Wertlos! Nicht liebenswürdig.

Deshalb tun wir als Kind alles um Anerkennung und Liebe zu bekommen. Wenn wir aber keine Anerkennung um uns selbst wegen bekommen, oder wenn das, was wir aus uns selbst heraus sagen als Blödsinn, dumm oder falsch abgestempelt wird, dann versuchen wir Anerkennung durch Nützlichkeit zu bekommen.

Statt einfach unbekümmert zu spielen, denkst du dann als Kind nur nach, wie du für andere Menschen nützlich sein kannst.

Vielleicht kennst du solche Sätze, aus deiner Kindheit, wie:

  • Du bist schon so reif für dein Alter.
  • Du bist so verantwortungsbewusst.
  • Du bist so stark.
  • Du bist schon so erwachsen. …

Die Welt applaudiert dem Kind, das das Leben für alle anderen leichter macht. Und es sieht ja auch so aus, als ob dieses Kind es ja freiwillig macht. Deshalb denkt auch niemand nach, welchem Preis dieses Kind eigentlich bezahlen muss. Welchen Preis dieses Kind dafür bezahlt, dass es so reif und so verantwortungsbewusst ist.

Und so verschwindet das eigentliche Kind. Ersetzt durch eine Version ohne eigene Bedürfnisse. Eine Version, die überlebt, funktioniert, sich anpasst — aber niemals zur Ruhe kommt. Niemals einfach nur “Kind” sein darf. Unbeschwert. Beschützt. Versorgt. Geliebt uns seiner selbst willen.

Stärke ist nur eine Fassade. Verantwortung tragen ist die Verkleidung, in der du endlich wahrgenommen wirst. Funktionieren sind die Waffen, mit denen du versuchst, deinen Selbstwert zu erkämpfen.

Du wirst zum Helfer, zum Problemlöser, zum Zuhörer. Und irgendwann vergisst du, dass du das eigentlich nur machst, um zu überleben. Irgendwann bist du so damit identifiziert, dass du sogar selbst glaubst, es wäre deine wahre Identität.

Aber tief im Inneren schmerzt noch immer eine Sehnsucht nach dem Teil in dir, der niemals gesehen wurde, gehalten oder beschützt wurde. Die Sehnsucht nach den Bedürfnissen, die du abspalten oder unterdrücken musstest und die noch immer nach Befriedigung rufen.

Die Stimme der Verdrängung ist leise, aber sie verstummt erst, wenn du ihrer Aufforderung folgst.

Diese Muster verschwinden nicht mit dem Alter.

  • Du überarbeitest dich, um dich irgendwie wertvoll zu fühlen. Aber trotzdem fehlt es dir an Selbstwertgefühl.
  • Deine zur Schau gestellte Unabhängigkeit ist nur eine Fassade aus Angst vor Enttäuschungen.
  • Deine Stärke ist noch immer die Maske deiner Kindheit, weil du nie eine Gemeinschaft kennenlernen durftest, in der es Hilfe gab, die dich unterstützte.

Was dich damals als Kind gerettet hat, brennt dich jetzt aus.

Was kannst du tun, um aus diesem Teufelskreis auszubrechen?

Willenskraft und Logik helfen hier erfahrungsgemäß nicht. Was meiner Meinung und Erfahrung nach hilft, ist die Erkenntnis, dass dein verletztes Inneres Kind noch immer auf dich wartet. Und, dass du es annimmst und anfängst die unterdrückten Bedürfnisse, die in deiner Kindheit nicht befriedigt wurden, zu befriedigen.

Das ist das, was man “Das Innere Kind heilen” nennt. Wie das geht, dazu habe ich einen Beitrag, indem ich dir eine ganz genau Anleitung dazu gebe. Schritt für Schritt.

Das Innere Kind heilen

Trauma im Nervensystem heilen

Alles Gute

Helmut

Hallo ich bin Helmut

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