Vorgestern hat dich jemand kritisiert
– und bis heute beschäftigt dich diese Kritik?
Heute Morgen hast du in den Spiegel geschaut
– aber, du hast dich nicht gefreut, dich zu sehen?
Das sind eindeutige Zeichen, dass du unbewusst glaubst, nicht genug zu sein. Das ist kein Zufall. Das ist Entwicklungstrauma.
Du kannst dich nur nicht mehr an den Moment erinnern, als du beschlossen hast, dich selbst als “nicht gut genug” zu etikettieren.
Dein Gehirn hat diese Entscheidung für dich getroffen. In einer Zeit, als du dich noch nicht wehren konntest. Wahrscheinlich zwischen deinem 3. und 10. Lebensjahr. Und du lebst bis heute danach.
Ich zeige dir in diesem Artikel, wie du diese unsichtbaren Programmierungen erkennst – bevor sie dich noch weitere 20 Jahre deines Lebens kosten.
Was du dazu brauchst, ist die Wahrheit. Und die tut weh. Aber in wenigen Minuten wirst du verstehen:
- Warum du dich manchmal, oder vielleicht auch dein ganzes Leben lang, falsch oder nicht gut genug fühlst.
- Warum Beziehungen immer wieder nach den gleichen Mustern verlaufen.
- Warum Erfolg oder Beziehungen dich NICHT erfüllen und sich vielleicht sogar hohl oder leer anfühlen.
Unsichtbare Wunden
Heute geht es um Wunden, die keine sichtbaren Narben hinterlassen. Um Schmerzen, für die du keine Worte hast, weil du zu klein warst, um zu verstehen, was mit dir geschieht.
- Als erstes sehen wir uns an, was die Definition von einem Entwicklungstrauma oder Kindheitstrauma ist.
- Heutige Folgen & Ursachen. Was sind die Folgen und Auswirkungen in deinem erwachsenen Leben? Wie zeigt sich das konkret in deinem Erleben, deinen Gefühlen und deinem Verhalten? Und was sind die möglichen zugrundeliegenden traumatischen Erfahrungen.
Oft sind uns traumatische Erfahrungen gar nicht bewusst, weil sie für uns “normal” waren. Für viele war es normal in der Kindheit abgewertet oder entwertet geworden zu sein. Und vielen ist gar nicht bewusst, dass diese Entwertungen Traumata sind, die schwere Auswirkungen auf das gesamte Leben und den Lebensverlauf haben.
- Und als Drittes schauen wir uns an, was du machen kannst, um diese Entwicklungen, die durch die Traumatisierung nicht stattfinden konnten, nachzuholen.
Was ist Entwicklungstrauma oder Kindheitstrauma?
Ein Kindheitstrauma ist, wenn durch ein Ereignis von außen – dass kann ein psychisches, aber auch ein physisches sein – die natürliche Entwicklung eines Kindes verhindert oder gehindert wird und / oder die Entwicklung dadurch in eine andere, eine falsche, dem gesunden Leben nicht dienliche, Richtung gelenkt wird.
Aber:
Ein Trauma kann AUCH, die Nicht-Erfüllung eines angeborenen menschlichen Grund-Bedürfnisses oder Instinktes sein. Wie zum Beispiel Zugehörigkeit, Sex, Liebe, Bemutterung, Schutz, Sicherheit, usw.
Viele Menschen mit Entwicklungstrauma haben für sich gelernt:
Gefühle sind Luxus. Funktionieren ist Sicherheit. Wenn ich nicht so funktioniere wie es meine Mutter oder mein Vater will, dann bedeutet das Gefahr, Unsicherheit und so weiter …
Folgen & Ursachen von Traumata
Im schlimmsten Fall wirkt sich Kindheitstrauma dahingehend aus, dass du unter permanentem Stress stehst, den du aber gar nicht wahrnimmst, weil er seit der Kindheit permanent da ist und du in einem permanenten Überlebensmodus bist, den du eben nicht wahrnimmst, weil er für dich normal ist.
Das war bei mir genauso. Ich hatte gar nicht gecheckt, dass ich unter permanenten Stress stand, weil ich seit meiner Zeugung nur permanenten Stress kannte und mein Nervensystem in der Zeit meiner Kindheit gar nicht die Möglichkeit hatte zu lernen, wie sich “entspannt sein” oder “beruhigt sein” oder “sicher sein” anfühlt. Stress war für mich der “Normalmodus”.
Ich konnte mich gar nicht entspannen, weil sich Entspannung lebensbedrohlich angefühlt hat. Nicht weil Entspannung selbst lebensbedrohlich wäre, aber wenn du gerade von einem Rudel Wölfe gejagt wirst, dann kannst du auch nicht sagen: “Ich muss mich jetzt einmal hinsetzen und entspannen.”
Und so geht es mittlerweile immer mehr Menschen. Entspannung verursacht noch mehr Stress, weil man das Gefühl hat, dass man vom hungrigen, zähnefletschenden Wolfsrudel zerfleischt wird, wenn man eine Pause einlegt.
Kindheits-Trauma
Ich bin gespannt, bei wie vielen von den 8 Punkten, du dir am Anfang denken wirst: “Das ist doch ganz normal.”
Und auch das ist ganz normal. Die meisten Traumatisierten denken, dass es normal sei, weil sie das ja von Kindesbeinen an kennen. Ähnlich wie ein Fisch nicht weiß, dass er nass ist und keine Ahnung hat, wie es sich anfühlt, trocken zu sein.
Also es kann sein, dass du dir bei einigen Punkten denkst: “Das ist doch normal.” Und in deinem Umfeld ist es vielleicht auch normal. Aber der Grund, warum es in deinem Umfeld auch normal ist, ist: Weil Traumatisierte ja sehr oft auch nur mit anderen Traumatisierten die gleiche Wellenlänge haben. Und auch die gleichen Erfahrungen haben. Dann hat man in seiner Peergroup so diesen Konsens, dass es normal sei, obwohl jeder einzelne für sich aber fühlt, dass es nicht normal ist. Aber durch den Gruppenzwang stellt man dann diese “Normalität”, die eigentlich abnormal ist, nicht in Frage.
Kindheitsprägungen
Wir gehen jetzt diese 8 Punkte durch und sehen uns an, welche Prägungen also Kindheitserfahrungen jeweils Zugrunde liegen können.
Darin liegt auch die Heilung. Denn wenn du weißt, wie es entstanden ist, dann kannst du es verändern. Wenn du weißt, wo die Wurzeln sind, kannst du sie ausgraben.
Die Selbsterkenntnis ist, de facto immer, der erste Schritt zur Besserung. Ich bin neugierig wie viele Selbsterkenntnisse du haben wirst.
Folgen von Entwicklungstrauma
1. Das erste ist das Hochstapler Syndrom.
Das ist jetzt etwas verwirrend: Denn, wenn du das Hochstapler Syndrom hast, ist im Grunde genau das Gegenteil der Fall. Du bist ein Tiefstapler. Ein Untertreiber, wenn es um dich und deine Person geht.
Hochstaplersyndrom heißt es deshalb, weil du im Bezug zu dem, was du erreichst oder leistest, immer das Gefühl hast, dass es nicht mit rechten Dingen zuging und du nur Glück hattest, oder per Zufall etwas erreicht hast.
Du hast Angst, du könntest als Hochstapler “entlarvt” werden, oder jemand könnte dich als Hochstapler bezeichnen, obwohl du im Grunde weißt, dass deine Erfolge auf deiner Leistung und deinen Fähigkeiten beruhen und nicht auf Glück oder Zufällen.
Dein Gehirn und deine Logik – deine Ratio – wissen es, aber nicht deine Gefühle. Deine traumatisierten Emotionen, glauben deiner Logik nicht. Ähnlich wie wenn du Höhenangst hast: Da weiß deine Logik auch, dass der Aussichtsturm nicht umfallen wird, aber trotzdem hast du Angst.
Du fühlst dich wie ein Hochstapler, wie jemand der seinen Erfolg unberechtigt “bekommen” hätte. Du hast das Gefühl, dass dir deine Erfolge nicht zustehen. Dass du sie nicht verdienen würdest. Egal wie viel du erreichst, du zweifelst ständig an dir. Du fühlst dich nicht gut genug. Auch wenn objektiv alles passt. Deine Leistungen sind hervorragend und trotzdem kannst du nicht stolz auf dich sein. Du hast einfach nie das Gefühl, dass du genug bist.
Wenn du dieses Gefühl kennst, dann wette ich mit dir, dass deine Leistungen in deiner Kindheit von deinen Eltern nicht gewürdigt wurden und abgewertet wurden. Vielleicht indem du als Kind bei Wettbewerben etwas gewonnen hast, oder gute Noten in der Schule hattest, aber deine Mama oder dein Papa gaben dir das Gefühl, dass du nur Glück gehabt hättest oder es ein Zufall war oder dass andere eigentlich besser sind als du.
Kannst du dich darin erkennen?
2. Das zweite, ist in meinen Augen das Schlimmste überhaupt:
Weil es gar nicht als leidverursachende Fehlfunktion wahrgenommen wird, sondern im Gegenteil eher als Tugend gilt. Und verstehe mich jetzt bitte richtig! Es ist nicht per se schlimm oder bösartig. Im Gegenteil. In einem gewissen Maß ist es sogar eine der wichtigsten Eigenschaften des menschlichen Zusammenlebens. Aber wenn es zu einem Syndrom ausartet, erzeugt es unsäglich viel Leid für den Betroffenen, weil er ständig ausgenutzt wird. Und es erzeugt auch Leid für seine Mitmenschen, Freunde und Familienmitglieder.
Das Helfersyndrom
Verstehe mich bitte richtig:
Es ist ungeheuer wichtig, dass wir uns gegenseitig helfen. Aber das Entscheidende dabei ist, aus welcher Attitüde heraus.
Wenn dein Helfen ein Syndrom ist, dann erzeugst du Leid für dich, weil du ein Magnet für Narzissten bist. Und von Narzissten bekommst du nichts zurück. Die nutzen dich nur aus und irgendwann brennst du dann aus. Die Psychiatrien sind voll von Menschen mit einem Helfersyndrom. Immer nur geben macht dich irgendwann kaputt.
Aber mit dem Helfersyndrom erzeugst du auch Leid für deine Mitmenschen. Für die normalen Mitmenschen. Du vernichtest jegliche Möglichkeit auf eine Beziehung auf Augenhöhe, weil die anderen für dich wichtiger sind, als du selbst. Damit hebst du die anderen – und ihre Augen – nach oben.
Jemand mit Helfersyndrom möchte es allen anderen recht machen und jeden helfen und macht sich dadurch emotional zum Sklaven der anderen. Als nicht Narzisst, also als normaler Mensch, bekommt man irgendwann ein schlechtes Gewissen, wenn jemand immer nur gibt, aber nichts nehmen will. Und dadurch wird der Mensch mit Helfersyndrom irgendwann unerträglich. Weil man will nichts mit Menschen zu tun haben die einem ein schlechtes Gewissen geben.
Menschen mit Helfersyndrom gehen oft sogar so weit, dass sie sogar die Verantwortung für die Gefühle der anderen übernehmen. Sie versuchen jeden anderen glücklich zu machen. Und das geht über kurz oder lang schief. Denn das Helfen als Syndrom ist eine Grenzüberschreitung. Es ist übergriffig.
Aber welches Trauma liegt dem Helfersyndrom zugrunde?
Meistens sind es Menschen, die ein Kind von narzisstischen Eltern waren. Wenn du narzisstische Eltern hast, ist die Bedürfnisbefriedigung umgedreht. Im Normalfall versucht die Mutter herauszufinden welche Bedürfnisse das Kind hat. Wenn du ein Kind von narzisstischen Eltern bist, dann ist es genau umgekehrt. Die Mutter sieht nur sich selbst mit ihren Bedürfnissen und das Kind muss, um Anerkennung und Zugehörigkeit zu bekommen, die Bedürfnisse der Mutter herausfinden und befriedigen. Das Kind muss die Mutter loben und anerkennen, um von ihr wahrgenommen zu werden und Zuneigung zu bekommen.
Kinder, die ein einem ständigen Modus aufwachsen, wo sie sich fragen müssen: “Was erwartet meine Mama von mir?”, entwickeln fast immer ein Helfersyndrom.
Sie lernen unbewusst, dass ihre Daseinsberechtigung darauf beruht, dass sie die Bedürfnisse eines anderen Menschen erfüllen.
Sehr oft bleiben diese Menschen ein Leben lang in ihrer Traumabeziehung zu ihrer Mutter, ohne dass ihnen je bewusst wird, dass ihre Mutter sie missbraucht hat und der Grund für ihre ständigen Burnouts ist.
Menschen mit Helfersyndrom haben zum Beispiel auch überhaupt keine Ahnung, was ihre eigenen Bedürfnisse überhaupt sind. Weil, ja jahrelang, die Bedürfnisse von anderen ihre eigenen Bedürfnisse verdrängt haben.
3. Das dritte Anzeichen, ist auch sehr tugendhaft besetzt, aber bremst dich im täglichen Leben ungemein:
Der Perfektionismus
Perfektionismus entsteht meistens, wenn Eltern dem Kind permanent das Gefühl geben, nicht gut genug zu sein. Das ist oft der Fall, wenn die Eltern selbst an Minderwertigkeitskomplexen leiden, oder sich selbst unbewusst als Versager fühlen. Kinder sind alle hoch sensibel und versuchen aus Liebe zu ihren Eltern dieses Manko auszugleichen, in dem sie versuchen perfekt zu sein. Das Kind versucht sozusagen den Eltern die Minderwertigkeitskomplexe zu nehmen, indem es durch sein Verhalten sagt: schaut her ihr habt doch ein perfektes Kind erschaffen. Ihr seid keine Versager. Ihr braucht keine Minderwertigkeitskomplexe zu haben.
Und damit ist das Kind in einem endlosen Spiel, das es nie gewinnen kann. Denn die Eltern halten sich ja auch nicht aufgrund der Realität für Versager. Oder sind tatsächlich minderwertig, sondern es ist eine gefühlte Minderwertigkeit ein gefühltes Versagen, das nichts mit der objektiven Welt per se zu tun hat.
Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen sind oft sehr leistungsorientiert und oft sehr erfolgreich. Deshalb kann das Kind nicht gewinnen. Denn egal wie objektiv es den Eltern ein Ergebnis präsentiert, es ändert nicht das subjektive Empfinden der Eltern. Das können diese nur durch Therapien, die sie selbst machen, verändern.
Das Problem bei Perfektionismus ist auch nicht per se das man perfekte Arbeiten abliefert, sondern dass man einen unaushaltbaren inneren Kritiker entwickelt.
4. Ein Punkt, der auch sehr nahe mit dem Perfektionismus verknüpft ist, ist die:
Angst zu versagen
Angst zu versagen, entsteht oft aus frühen Bindungserfahrungen und Kindheitsprägungen. Hauptsächlich entsteht Versagensangst dann, wenn ein Kind bedingte Liebe oder bedingte Anerkennung erfährt.
Also wenn Zuwendung und Liebe an Erfolg gekoppelt waren und Fehler, nicht als Teil von Entwicklung, sondern als Bedrohung und beschämend erlebt wurden.
Die Traumaerfahrung ist dabei nicht ein einzelnes Erlebnis, sondern die gesamte Lernerfahrung.
Die Kindheitsprägung:
Scheitern bedeutet Liebesverlust, Beschämung oder Ausschluss.
Versagensangst ist also keine Angst vor dem Versagen selbst sondern ein fehlgeleitetes, tief verankertes Schutzmuster aus Angst vor Beziehungsschmerzen.
5. Verlustangst – Eifersucht
Verlustangst und Eifersucht wurzeln meistens in den kindlichen Bindungserfahrungen mit den Eltern oder Bezugspersonen.
Fast immer entsteht es, wenn sich die Eltern trennen oder noch schlimmer, wenn es überhaupt häufige Partnerwechsel gibt. Aber auch permanente drohende Trennung der Eltern oder Bezugspersonen, können sich schlimmer auswirken, als eine tatsächliche Trennung. Oder wenn Kinder um Aufmerksamkeit konkurrieren müssen. Und wenn eine Bezugsperson stirbt, ist das auch sehr häufig eine traumatische Erfahrung, die sich später in Verlustangst äußert.
Ein Kind fühlt sich ohnmächtig und einflusslos, wenn familiäre Beziehungen zerbrechen, und diese Ohnmacht, beziehungsweise die Angst vor dieser Ohnmacht, ist auch als Erwachsener noch immer im Nervensystem vorhanden und zeigt sich als Kontrollbedürfnis, Klammern, Eifersucht oder Verlustangst.
6. Angst zu Vertrauen.
Du kannst keinem Vertrauen, und hast ständig das Gefühl, dass du alles selber machen musst. Oder: Dein Vertrauen wird oft missbraucht.
Die meisten Menschen glauben Vertrauensprobleme entstehen, wenn das Vertrauen direkt von den Eltern missbraucht wurde. Und das stimmt auch.
Also zum Beispiel:
- Wenn ein Kind seiner Mutter etwas im Vertrauen erzählt und die Mutter diese Geheimnisse einfach weitererzählt.
- Wenn intime, persönliche Gefühle lächerlich gemacht werden.
- Wenn persönliche Grenzen einfach ignoriert und überschritten werden.
- Wenn Eltern wiederholt ihre Versprechen nicht einhalten.
Aber:
Vertrauensprobleme beziehungsweise Misstrauen gegenüber allem und jedem, entsteht auch, wenn angeborene und instinktive Bedürfnisse eines Kindes nicht wahrgenommen werden.
Wenn das Bedürfnis eines Kindes nach Schutz und Sicherheit von den Eltern nicht erfüllt wird. Dann ist das für die Kinderseele ein Vertrauensbruch und Missbrauch. Nicht in der Logik des Kindes, sondern in der Kinderseele.
Oder das Bedürfnis nach Bemutterung. Wenn ein Kind stürzt und sich das Knie aufschlägt und von der Mutter statt bemuttert noch zusätzlich bestraft wird, ist das ein schwerer Vertrauens-Missbrauch an der Kinderseele. Denn genetisch gesehen, kann sich jedes Tier darauf verlassen, dass wenn es sich als Baby verletzt von seiner Mutter bemuttert wird. Jedes Hundewelpen, jedes Hühnerküken, jedes Katzenbaby wird von seiner Mutter bemuttert und versorgt, wenn es sich verletzt und nicht noch zusätzlich bestraft. Diese Perversion gibt es nur bei Menschen. Das ist ein ganz brutaler Missbrauch, der das Vertrauen in das Leben und in die Welt, in einer Kinderseele zerstören kann.
7. Du fühlst dich nicht liebenswert
Das Empfinden, selbst „nicht lebenswert“ zu sein, entsteht meist nicht aus einem einzelnen Erlebnis, sondern aus langanhaltenden Erfahrungen von Entwertungen, Missachtungen und Abwertungen in der Kindheit. Besonders prägend sind Situationen, in denen ein Kind das Gefühl hat, eine Belastung zu sein oder das 5 Rad am Wagen zu sein.
Wenn die Bedürfnisse eines Kindes missachtet werden, schließt ein Kind daraus: “Meine Gefühle haben keine Bedeutung. Also habe ich auch keine Bedeutung.”
Wenn ein Kind nicht um seiner selbst willen von den Eltern geliebt wird und wenn es nicht das Gefühl erlebt, willkommen und geliebt zu sein so wie es ist, dann wird das Bedürfnis, sich selbst als liebenswürdig zu empfinden, abgespalten. Und tief im Inneren entsteht ein Glaubenssatz: “Ich bin nicht liebenswert.”
Aber dieser Glaubenssatz ist kein objektives Urteil über die eigene Liebenswürdigkeit, sondern das Echo deiner Kindheits-Prägungen, die nie korrigiert wurden.
8. Beziehungen scheitern immer wieder
Nähe ist zwar dein größter Wunsch und gleichzeitig kannst du aber mit Nähe nicht umgehen.
Wenn Beziehungen immer wieder scheitern, liegt es nicht am falschen Partner, sondern die Ursachen liegen in frühen Bindungsprägungen.
Und es liegen dann wahrscheinlich mehrere Ursachen vor. Sehr wahrscheinlich auch einige die wir bereits besprochen haben, wie zum Beispiel:
- Hochstaplersyndrom
- Helfersyndrom
- Perfektionismus
- Angst zu versagen
- Verlustangst und Eifersucht
- Vertrauensprobleme
- Du fühlst dich nicht liebenswürdig
Und natürlich können auch noch viele andere Traumaerfahrungen mitspielen.
Wenn deine Beziehungen immer wieder scheitern, dann ist das kein Zufall, sondern die Wiederholung der Bindungsprägungen und Muster, die du in der Kindheit erlernt hast oder adaptieren musstest, um dich zu schützen und heute aber Beziehungen verhindern.
Hier kannst du lernen, wie du Trauma Erfahrungen und Entwicklungstrauma selbst heilen kannst:
Alles Gute
Helmut





